Informationen über das Institut für Arbeitsmedizin

Das Institut für Arbeitsmedizin ist eines vom 27 Instituten für Arbeitsmedizin, die es deutschlandweit gibt. Es besteht an der Charité als Zentralinstitut für Arbeitsmedizin seit 1987. Im Folgenden finden Sie aktuelle Informationen über: 

  • Kontaktdaten
  • Studium und Lehrein der Arbeitsmedizin
  • Forschungsaktivitäten
  • Meldungen aus der Arbeitsmedizin
  • bisherige Publikationen.

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Chronik des Instituts für Arbeitsmedizin

Die Arbeitsmedizin ist ein Fach mit großer Tradition und zählt zu den wenigen primär präventiven Fächern der Medizin. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde mit der zunehmenden Industrialisierung der Zusammenhang zwischen bestimmten Erkrankungen und der Arbeitstätigkeit immer sichtbarer.

Ursprung der Arbeitsmedizin: Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts

Durch die zunehmende Industrialisierung wurde der Zusammenhang zwischen bestimmten Erkrankungen und der Arbeitstätigkeit immer sichtbarer.

Dieses führte im Jahr 1913 zu der Gründung des ersten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie. Gründungsdirektor des Instituts war Prof. Dr. med. Max Rubner (geboren: 2. Juni 1854 in München; gestorben: 27. April 1932 in Berlin). Prof. Rubner studierte von 1873 bis 1877 Medizin an der Universität München. Nach seiner Promotion 1878 arbeitete er im Physiologischen Institut von Carl Ludwig in Leipzig. Bereits 1883 im Alter von 29 Jahren habilitierte er sich in München mit einer Arbeit über Nährstoffe. Ab 1885 wurde er zunächst als außerordentlicher Professor an die Universität Marburg berufen. 1887 wurde er dort ordentlicher Professor. Nachdem er 1891 zunächst als Nachfolger von Robert Koch auf den Lehrstuhl für Hygiene an der Universität Berlin berufen wurde, folgte im Jahr 1909 der Ruf auf dem Lehrstuhl für Physiologie. Wesentlich geprägt hat Prof. Rubner die deutsche Arbeitsmedizin und -physiologie, da er schließlich von 1913 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1926 Gründungsdirektor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie in Berlin war.

Auf den Gründungsdirektor Max Rubner folgte Prof. Dr. Edgar Atzler (geboren: 22. Dezember 1887 in Potschappel bei Dresden; gestorben: 28. September 1938 in Dortmund) als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie. Seit 1921 war Edgar Atzler wissenschaftliches Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie, bevor er 1926 Leiter des wurde. Unter seiner Leitung wurde das Institut 1929 nach Dortmund verlegt. In den Jahren 1922 bis 1937 lehrte er auch als außerordentlichen Professor an der Universität Berlin. 1927 veröffentlichte Edgar Atzler ein wichtiges Handbuch der Arbeitsphysiologie mit dem Titel Körper und Arbeit. Darüber hinaus war er Herausgeber der Zeitschrift Arbeitsphysiologie.

Parallel zum Institut für Arbeitsphysiologie wurde in Berlin nach dem Vorbild der Mailänder Klinik für Berufskrankheiten im Dezember 1924 eine klinische Abteilung für Gewerbekrankheiten im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin Lichtenberg von Prof. Dr. Ernst Baader gegründet.

Diese Einrichtung war mit klinischen Stationen, Laboratorien, diagnostisch-röntgenologischen und physikalisch-hydrotherapeutischen Einrichtungen ausgestattet und war als Forschungs- und Behandlungsinstitut für Berufskrankheiten geschaffen worden.

Im Oktober 1933 wurde Baader zum ärztlichen Direktor der I. inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses Neukölln berufen und er verlegte die klinische Abteilung für Gewerbekrankheiten dann dorthin.

Die Verlegung des Instituts 1933 sowie die Umstände zur Zeit des Dritten Reichs sind sehr kritisch zu betrachten und nicht frei von Schuld.  

Durch Erlass des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung wurde die Abteilung als eigene Lehrstätte der Universität Berlin anerkannt und derselben am 12.03.1934 durch Ministererlass die Bezeichnung "Universitäts-Institut für Berufskrankheiten" gegeben.  

Die Aufgabe des Institutes bestand in der Erforschung, Behandlung und Verhütung der Berufskrankheiten, sowie der Lehrtätigkeit über diese Fragen. Diese Aufgaben wurden von Baader und seinen Mitarbeitern übernommen wie z. B. von Prof. Dr. Ernst Holstein, der dort als Oberarzt und nach dem 2. Weltkrieg als Leiter des Institutes tätig war. Ab 1948 war er auch Direktor des neu gegründeten Zentralinstitutes für Arbeitsmedizin in Berlin Lichtenberg, in dem von Baader 1924 gegründeten Krankenhaus.  

Prof. Dr. Ernst Holstein vertrat besonders die Lehre an der Charité unterstützt von den Honorarprofessoren H.TH. Mönnich (Potsdam) und H. Thiele (Lichtenberg). 1966 beendete Prof. Holstein seine Tätigkeit und ging in den Ruhestand.  

Die Leitung des Institutes an der Charité, das jetzt "Institut für Sozialhygiene" hieß, übernahm Prof. Kurt Winter, der den Oberarzt Siegfried Eitner mit der Wahrnehmung der Lehre betraute, der kurz darauf zum Ordinarius für Arbeitshygiene und zum Leiter der Abteilung Arbeitshygiene der Charité berufen wurde. Prof. Eitner sah seinen Schwerpunkt in der Bearbeitung der Fragen zum Alter. Veröffentlichungen wie "Der alternde Mensch am Arbeitsplatz", "Vorbereitungen auf das Alter", "Altersbedingte Erkrankungen", "Gesundheitsschutz für Frauen, ältere Menschen und Körperbehinderte", "Komplexe Betreuung im Alter", "Praktische Gerohygiene" zeigen auch heute noch sehr aktuelle Forschungen. 

1980 wurde Prof. Eitner emeritiert und Prof. Christoph Brückner, Ordinarius und Direktor des Institutes für Arbeitshygiene in Jena, übernahm mit Lehrauftrag auch die Leitung der Abteilüng Arbeitshygiene in der Charité. Prof. Brückner sah Handlungsbedarf in der Forschung auf dem Gebiet des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes im Gesundheitswesen und den Bedingungen der Beschäftigten im Betriebsgesundheitsschutz. Da er auch im Bereich des DRK stark engagiert war, wurde die Wahrnehmung aller Aufgaben zunehmend schwierig.  

Am 1. September 1987 wurde der stellvertretende Leiter des Zentralinstitutes für Arbeitsmedizin Prof. Dr. med. Klaus Ruppe als Ordinarius für Arbeitsmedizin und Direktor des nun "Institutes für Arbeitsmedizin" berufen. Die Schwerpunkte lagen jetzt auf der Lehrtätigkeit im Fachgebiet Arbeitsmedizinin Form von regelmäßigen Vorlesungen und Seminaren zu Fragen des Zusammenhanges Beruf und Erkrankung, Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz, Erfassung der Schadstoffe durch Analysen, Schutzmaßnahmen und Prophylaxe von Erkrankungen, Entstehung, Beurteilung und Vermeidung von Berufskrankheiten und dem umfassenden Bereich der Begutachtung von Arbeitsplätzen und Erkrankungen.  

Eine weitere wichtige Aufgabe war die Forschung, in die auch Studenten eingebunden wurden zu den Themen Erkrankungen durch Schwermetalle, Narkosegase im OP, Vibrationen am Handarmsystem sowie Erkrankungen der Wirbelsäule durch Schwerarbeit und Ganzkörpervibrationen. Die Ergebnisse wurden als Doktorarbeiten veröffentlicht. Die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Ruppe und das Interesse daran zeigt sich auch in gemeinsamen Projekten und Veröffentlichungen mit Kollegen anderer Fachgebiete z.B. Innere Medizin. Prof. Ruppe ist Autor von mehr als 100 Veröffentlichung zu verschiedenen Gebieten der Arbeitsmedizin darunter 3 Fachbücher und mehrere Handbuchbeiträge. Das Buch "Arbeitsmedizin systematisch" ist als Lehrbuch für Studenten noch immer aktuell. Am 31.12.1995 wurde dieses Institut im Rahmen der Umgestaltung der Charité geschlossen und ein Teil an Prof. Schäcke übertragen. Dieser leitete seit Dezember 1976 das arbeitsmedizinische Institut in Berlin-West, das seit dem 1. Juli 2000 zum Zentrum für Human und Gesundheitswissenschaften der CharitéUniversitätsmedizin Berlin gehört und fester Bestandteil der drei Bereiche Klinik, Lehre und Forschung der Charité ist. Nach der Emeritierung von Prof. Schäcke im Jahr 2005 wurde im Juni 2007 Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. David Groneberg zum neuen Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin und Fachvertreter für das Fach Arbeitsmedizin an der Freien Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin ernannt. Unter seiner Leitung zog das Institut im Jahr 2008 an seinen neuen Standort in der Thielallee 69-73 in die Räumlichkeiten des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Experimentelle Therapie / Biochemie. In diesen Institutsräumen wurde die Forschung zur Entdeckung der Steroide durchgeführt, die mit dem Nobelpreis für Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Adolf Butenandt ausgezeichnet wurde.

(Quelle: Max-Planck-Gesellschaft)